
Schwimmbad, Sauna, Wellness
Energiebedarf von Schwimmhallen:
Niedrigenergie-Schwimmhallen
Schwimmhallen hatten lange Jahre den Ruf von Energieverschwendern
und bodenlosen Spardosen. Das hat sich in den letzten Jahren
gravierend gewandelt. Wer heute eine zeitgemäße Schwimmhalle betreibt,
liegt mit den Heizkosten selten über 1.000,-- Euro pro Jahr.
Niedrigenergie-Schwimmhallen, wie sie vom Arbeitskreis
Niedrigenergie-Schwimmhalle konzipiert und realisiert werden, liegen
im praktischen Betrieb deutlich unter diesen Zahlen. Heizkosten von
3,-- bis 4,-- € pro Tag sind heute keine Seltenheit mehr.
Beim Energiehaushalt von Schwimmhallen spielen sehr viele
physikalische Vorgänge komplex zusammen. Einerseits ist da der reine
Wärmeverlust durch die Außenhülle, der durch Wärmedämmung gedrosselt
werden kann. Andererseits entstehen Wärmegewinne durch
Sonneneinstrahlung und durch Personen sowie Rückgewinne aus der
Luftentfeuchtung. Rückgewonnene Wärme muss aber zuerst bereitgestellt
werden, bevor sie rückgewonnen werden kann. Eine der
Hauptverlustquellen für Heizenergie in der Schwimmhalle ist die
Wasserverdunstung aus dem Becken. Durch den Übergang vom flüssigen in
den dampfförmigen Zustand werden dem Becken große Energiemengen
entzogen. Soll das Badewasser konstant warm bleiben, muss laufend
Wärme nachgeliefert werden. Dies erledigt die Heizanlage durch
Erwärmung des Beckenwassers anhand einer Thermostat-Steuerung.
Die auf diese Weise in der Luft gespeicherte Wärme in Form von
unsichtbarem Wasserdampf kann in der Entfeuchtungsanlage mittels
weiterer Hilfsenergie (Strom) wieder der Raumluft oder auch dem
Beckenwasser zugeführt werden. Trotzdem ist die Wasserverdunstung nach
wie vor die Ursache für einen wesentlichen Anteil des Energiebedarfs
der Schwimmhalle.
Heizkosten-Spar-Konzepte müssen an mehreren Punkten ansetzen:
- Wärmedämmung und Dampfsperre an Wänden und Decken.
Die Dicke der erforderlichen Wärmedämmung ist vom Aufbau des
jeweiligen Bauteils Dach, Decke, Wand abhängig und muss mittels-
k-Wert-Methode errechnet werden. Außerdem muss für jede Konstruktion
ein Nachweis nach DIN 4108 über die bauphysikalische Sicherheit
erbracht werden. Bauherren und Architekten sollten sich
entsprechende Bescheinigungen (z.B. ENOP-Zertifikat) erstellen
lassen. Da die Energieeinspar-Verordnung heute Dämmstoffdicken um
bis zu 20 cm erforderlich macht, ist in aller Regel eine
Innendämmung mit Dampfsperre gemäß dem ISO-PLUS-SYSTEM notwendig.
Dadurch kann der erforderliche Wärmeschutz und der unabdingbare
Feuchteschutz sichergestellt werden.
- Hochwertige Verglasungen und speziell wärmedämmende Fenster-
und Tür-Rahmen.
Die neuen Schwimmhallen-Verglasungen mit Wärmeschutzverglasung und
Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum weisen heute bessere
Wärmedämmwerte auf als manche massive Wand in bestehenden
Schwimmhallen. Die Oberfläche der Scheiben und Rahmen sind auch an
kalten Tagen so warm, dass Kondensatbildung erst weit unter 0°C
Außentemperatur einsetzt. Die neuen Verglasungen ermöglichen ein
deutlich behaglicheres Schwimmhallen-Klima, da keine unangenehm
kühlen Flächen vorhanden sind.
Trotz hochwertiger Verglasung wird bei zeitgemäßen Schwimmhallen
entfeuchtete Warmluft vom Boden unterhalb der Fenster nach oben
geblasen. Dadurch bleiben die Scheiben und Rahmen auch an kalten
Tagen trocken und der warme Luftschleier schützt vor
Zugerscheinungen.
- Verdunstungs-Minimierung ist der dritte wichtige Bereich der
Energie-Konzeption einer Schwimmhalle.
Beispielsweise kann bei einer Schwimmhalle die
Verdunstungsminimierung mittels einer Beckenabdeckung erzielt
werden, wie sie bei Freibädern allgemein üblich ist. Dadurch, dass
heute zunehmend Freiformbecken gefragt sind und die Bauherren gerne
den Anblick der aufwendig gestalteten Wasserfläche genießen ist eine
Beckenabdeckung in manchen Fällen nur schwierig realisierbar oder
nicht sinnvoll. Dann ist darauf zu achten, dass die Lufttemperatur
stets 2-3 K (=°C) über der Wassertemperatur liegt. Aufgrund der
hochwertig wärme- und feuchtegeschützten Bauteile in
Niedrigenergie-Schwimmhallen kann die relative Luftfeuchte auf bis
zu 70 % erhöht werden, ohne dass es zu Kondensatbildung kommt.
Der Betreiber kann selbst festlegen welche Luftfeuchte für ihn
behaglich ist und kann so den Hygrostat einstellen.
- Wärmerückgewinnung aus der Luftentfeuchtung gehört ebenfalls
in das ganzheitliche Energie-Konzept bei Schwimmhallen.
Dazu gibt es mehrere bewährte Systemlösungen die sich immer an
der Größe der Schwimmhalle und an der genauen Aufgabenstellung
orientieren müssen. Die Funktion der Wärmerückgewinnung ist dabei in
jedem Fall vorzusehen. Die Luft wird unterhalb der Fenster zugeführt
und an der gegenüberliegenden Raumseite im Deckenbereich abgesaugt.
Fazit:
Je nachdem, wie sich die individuelle Situation und die
Bauherren-Wünsche darstellen, muss das Gesamt-Energie-Konzept für die
Schwimmhalle erstellt werden. Dabei müssen alle Komponenten der
technischen Planung zusammenfließen und auch die gewünschte
Schwimmhallen-Gestaltung muss mit berücksichtigt werden.
Diese Zusammenhänge zeigen, dass durch ein fachübergreifendes
Gesamt-Konzept dem Kundenwunsch nach zeitgemäßem Komfort bei
gleichzeitig minimalen Heizkosten am besten entsprochen werden kann.
Nähere Informationen und Vorschläge für die zeitgemäße
Schwimmhallen-Planung gibt es bei der Firma ISO - GmbH, Bahnhofstr.
44, 74254 Offenau, Tel. 07136/5820, Fax 07136/8545 oder im Internet
unter www.iso.de.
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