
Angriffsarten und Abdichtung von Kelleraußenwänden
In der heutigen Zeit werden Dach- und Untergeschosse als vollwertige
Wohn- und Aufenthaltsräume genutzt. Dies setzt hohe Ansprüche an die
betreffenden Gebäudeaußenbauteile. Dass heißt, diese Bauwerksteile
müssen den äußeren Einflüssen standhalten. Kelleraußenwände
unterliegen Einflüssen, die im Zusammenhang mit dem Erdreich stehen, z.
B. der Erddruck selbst, Feuchtigkeit/Wasser infolge von versickerndem
Regenwasser bis hin zu drückendem Wasser aus anstehendem Stau- und
Grundwasser.
Im Rahmen einer Sanierung bzw. Umnutzung des Kellergeschosses kann es
sinnvoll bzw. erforderlich sein, die Abdichtung der Kelleraußenwände
zu ergänzen, zu erneuern bzw. instand zu setzen.
Man unterscheidet zwei Abdichtungsformen:
- Horizontale Abdichtung im Querschnitt der Kelleraußenwand.
Sie verhindert, dass Feuchtigkeit von unten her in die Wand wandert.
- Vertikale Abdichtungen an der Kelleraußenwand.
Sie verhindert das Eindringen von Feuchte über die
Wand-Außenfläche.
Beide Abdichtungen sind zwingend erforderlich. Eine kann ohne die
andere nicht funktionieren. Vor den Abdichtungsarbeiten sollte jedoch
geklärt werden, welche Einflüsse auf die Kelleraußenwand wirken
können bzw. welche Ursachen zur evtl. Durchfeuchtung geführt haben.
Man unterscheidet drei Einflussfaktoren im Hinblick auf Feuchtigkeit
und Wasser im Erdreich:
- Bodenfeuchtigkeit,
- nicht drückendes Wasser,
- von außen drückendes Wasser.
Da Feuchte im Boden immer vorhanden ist, muss mit Bodenfeuchtigkeit
immer gerechnet werden. Die anderen beiden Angriffsarten hängen vom
anstehenden Erdreich und Stand des Grundwasserpegels ab. Für das
Erdreich ist dabei das Hauptkriterium die Wasserdurchlässigkeit. Das
heißt, dass eine Abdichtung der Kelleraußenwand niedrigere
Anforderungen haben muss, bei Böden, die stark durchlässig sind und
das anfallende Niederschlagswasser bis zum freien Grundwasserstand
absickern kann, ohne sich auch nur vorübergehend aufzustauen. In allen
anderen Fällen muss die Abdichtung höherwertig ausgeführt werden. Die
Durchlässigkeit ist im Zweifelsfall durch eine Baugrunduntersuchung zu
ermitteln. Es wird empfohlen, diese vor den Abdichtungsarbeiten immer
durchführen zu lassen. Erst das Ergebnis dieser Untersuchung lässt die
Abdichtungsart sinnvoll planen. Ebenso können dadurch auch
Rückschlüsse auf einen evtl. Einbau einer Drainage (siehe gesonderten
Artikel) gezogen werden.
Bemessung und Ausführung der Abdichtung sind in der DIN 18 195
beschrieben. Sie gilt auch für die nachträgliche Abdichtung in der
Bauwerkserhaltung oder auch in der Baudenkmalpflege. Sie beschreibt
Abdichtungen und ihren richtigen Einbau mit Bitumenbahnen und -massen,
Kunststoff- und Elastomer-Dichtungsbahnen, Metallbändern, Asphaltmastix
und kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen.
Da für diese
Werkstoffe unzählige Produkte auf dem Markt sind, sollte ein Fachmann
zu Rate gezogen werden.
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