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Informationen zum Thema Bauen und Modernisieren


Wärmedämmung mit Unterspannbahn und Dampfsperre

Wird im Rahmen eines anstehenden Dachgeschossausbaues oder einer Erweiterung des bestehenden Gebäude in Form eines Anbaus oder einer Aufstockung mit einem Steildach zusätzliche Dämmung eingebaut, das Dach saniert oder gänzlich neu hergestellt, dann kommt man zwangsläufig mit Begriffen wie Unterspannbahn oder Dampfsperre in Berührung.

Die Unterspannbahn beschreibt die Folienschicht auf den Sparren bzw. unterhalb der eigentlichen Dachdeckung (Biberschwanz-, Pfannen-, Falzdeckung u. ä.). Sie ist zu Recht anstelle der früheren Vermörtelung getreten, weil sie als zusätzliches Notdach fungiert, dass heißt, bei Lecks in der Dachdeckung das eindringende Niederschlagswasser geordnet zur Dachrinne geführt wird. Natürlich ist der Schaden trotzdem durch einen Fachmann schnellstens zu reparieren.
Eine weitere wichtige Funktion ist das Ableiten des Kondensatwassers, das an der Unterseite der Dachdeckung anfällt. Ohne Unterspannbahn würde die Wärmedämmung bzw. der Dachstuhl sofort durchfeuchten bzw. nass werden.

Der Ausbau eines Dachgeschosses ist mit dem Einbau einer Dachdämmung, soweit nicht schon vorhanden, verbunden. Die Luftfeuchtigkeit des Wohnraumes dringt ohne Schutzmaßnahmen in die Wärmedämmung ein. Da sich nun auf den Sparren die Unterspannbahn befindet, kann diese nicht mehr ungehindert entweichen. Über eine längeren Zeitraum würde die Dämmung nass werden und somit seine Dämmeigenschaften verlieren. Um dies wirkungsvoll zu verhindern, ist der Einbau einer Dampfsperrschicht in Abhängigkeit der konstruktiven Verhältnisse notwendig. Ist die Unterspannbahn relativ dampfdiffusionsdicht (meist frühere Produkte), muss eine Dampfsperre als diffusionshemmende Schicht (aus Mehrschichtfolie aus Polyesterfolie mit Alubeschichtung, Polyethylenfolie o. ä.) angeordnet werden. Diese soll zur Sicherstellung eines ausreichenden Feuchteschutzes (Tauwasserschutz) die Diffusion des Wasserdampfes durch ein Bauteil mit geschlossenen Schichten (Konvektion ausgeschlossen!) verhindern oder auf ein zulässiges Maß reduzieren.

Je diffusionsoffener die Unterspannbahn, desto diffusionsoffener darf die Raumseite des Bauteils ausgebildet werden.

Heutige Unterspannbahnen aus Polyethylen-Folie oder -Vlies sind sogar hochdiffusionsoffen. Die Anforderungen an die Dampfsperre auf der Innenseite reduzieren sich damit.
Wesentliches Qualitätsmerkmal einer Unterspannbahn und einer Dampfsperrschicht (-folie) ist somit der

Sd-Wert.

Dieser beschreibt die (wasserdampf-) äquivalente Luftschichtdicke, das heißt, je höher die Wert ist, um so weniger Wasserdampf (Feuchtigkeit) durchdringt dieses Material und umgekehrt.
Im Zusammenspiel Unterspann und Dampfsperrschicht in Bezug auf die dazwischen befindlichen Baumaterialien (Holzteile des Dachstuhles und Wärmedämmungen) bedeutet dies, dass der Sd-Wert der diffusionshemmenden Schicht über 10 (10 m) und bei der Unterspannbahn kleiner gleich 0,02 (0,02 m) betragen sollte. Moderne feuchteadaptive Dampfbremsen passen sich übers Jahr ihrer Aufgabe selbsttätig an und ermöglichen so auch bei ungünstigen Konstruktionen trockene Verhältnisse.
Die DIN 4108-3, Wärmschutz- und Energie-Einsparung in Gebäuden, unterscheidet folgende Definitionen der wasserdampfdiffusionsäquivalenten Luftschichtdicke für Bauteilschichten:

- diffusionsoffen:  Sd > 0,50 m
- diffusionshemmend: 0,50 m £  Sd < 1500 m
- diffusionsdicht:  Sd  ³ 1500 m

Ein Fachmann kann Sie vor den Sanierungsmaßnahmen über den richtigen Einsatz der Baumaterialien mit ihren spezifischen Eigenschaften umfassend beraten. Insbesondere, wenn die Wärmedämmung von oben im Zuge einer Dach-Umdeckung eingebracht wird ist die Diffusionsthematik kompetent zu klären.


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