|
 Checkliste um Schimmelpilzentstehung zu vermeiden
Die Thematik der Schimmelpilze in Wohnräumen gewinnt immer mehr an
Bedeutung. Da Schimmelpilze in Wohnungen nachweislich gesundheitliche
Beschwerden, wie Schleimhautreizungen, Allergien, Husten, Kopfweh,
Müdigkeit, Infektionen u. ä. hervorrufen können, sollte alles getan
werden, um die Entstehung zu verhindern.
Das Wachstum von Schimmelpilzen wird im Wesentlichen von drei
Faktoren beeinflusst:
Feuchtigkeit, Temperatur und Nährstoffangebot.
Grundsätzlich ist wichtig, dass Schimmelpilze nur dort entstehen und
gedeihen können, wo erhöhte Feuchtigkeit vorhanden ist. Trockene Wände
schimmeln nicht.
Folgende Regeln sollen helfen Ursachen zu erkennen und
Schimmelpilze zu vermeiden:
- Überprüfen, ob die Feuchtigkeit von außen kommt. Defekte Dach-,
Balkon bzw. Terrassenentwässerungen sind umgehend zu beseitigen bzw.
beseitigen zu lassen. Im Kellergeschoss können umfangreichere Maßnahmen
zur Trockenlegung notwendig sein.
- Handelt es sich um Kondensfeuchte von innen, so gelten alle
weiteren Regeln.
- Grundsätzlich entsteht Kondensfeuchte nur dort, wo die
Oberflächentemperatur zu kühl ist. Der Taupunkt der Raumluft wird
unterschritten. Daher müssen alle Überlegungen zum Ziel haben,
entweder die Oberflächentemperatur zu erhöhen oder die
Luftfeuchtigkeit zu senken.
- Die Oberflächentemperatur wird durch Wärmedämmung oder durch
Beheizung erhöht.
- Nachträgliche, zusätzliche Dämmmaßnahmen sind nach Möglichkeit
außen vorzunehmen. Es gibt aber auch geeignete Maßnahmen zur
Innendämmung. Hier ist aber fachliche Beratung notwendig, die die
genauen Gegebenheiten berücksichtigt.
- Überprüfung der Lüftungsgewohnheiten, Querlüftung 2-3 mal täglich,
2-15 Minuten lang (je nach Wind-Situation).
- Kontrolle der Raumlufttemperatur, die Differenz innerhalb einer
Wohnung sollte 4 K nicht überschreiten.
- Erhöhtes Feuchtigkeitsaufkommen beim Backen, Braten, Kochen,
Duschen, Baden sofort direkt ins Freie ableiten. Keine Verteilung der
Feuchtigkeit in der Wohnung durch geöffnete Türen zulassen.
- Einsatz technischer Hilfsmittel (Entlüftungseinrichtung)
- Messung der Feuchtigkeit mit einem Hygrometer, 65% relative
Luftfeuchtigkeit sollten als Obergrenze eingehalten werden.
- Einrichtungsgegenstände an Außenwänden sind nicht Luftstrom
behindernd anzuordnen (mind. 5 cm Abstand zur Wand). Raumecken sind
möglichst frei zu halten.
- Verwendung diffusionsoffener Baustoffe, Vermeidung von
Dampfbremsen und „atmungsdichter" Stoffe, Folien, Tapeten oder Farben.
- Austrocknung feuchter Bauteile vor jeder Sanierung!
Sollte die Entstehung von Schimmelpilzen trotz Beachtung der
genannten Regeln sich nicht dauerhaft verhindern lassen, dann ist dies
nicht „auf die leichte Schulter“ zu nehmen. Die Ursache sollte durch
bauphysikalischer und/oder –biologische Untersuchungen entsprechender
Fachleute unbedingt herausgefunden und beseitigt werden.
zurück>>
|