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 Arten von Niedrigenergiehäusern
Bei der Schaffung von neuen Wohnraum in Form eines Anbaus oder des
Ausbaus eines bisher ungenutzten Dachgeschosses dürfen seit dem 01.01.02
durch die Energie-Einsparverordnung (EnEV) nicht mehr als 6 Liter Heizöl
pro m2-Wohnfläche und Jahr verbraucht werden, dies entspricht den s. g.
Niedrigenergiehäusern, die heute schon Stand der Technik sind und ohne
wesentliche Mehrkosten verwirklicht werden können.
Zum Vergleich: ältere Gebäude benötigen rund 18,5 Liter Heizöl/m²-WF und
Jahr.
Im Zuge der Planung des Um- bzw. Erweiterungsbaus sollte man sich
deshalb über Bauweisen, Materialien, Arten der Gebäudebeheizung,
Warmwassergewinnung, Einsatzmöglichkeiten regenerativer Energien (auch
in Bezug auf die vorhandene Heizung) ausreichend informieren.
Die Bauweisen der Niedrigenergiehäuser dienen dem sparsamen und
effektiven Einsatz der Energieressourcen. Dies soll natürlich der Umwelt
und langfristig dem eigen Geldbeutel zu Gute kommen.
Der Begriff des Niedrigenergiehauses (NEH) „low energy house“
ist seit Ende der 70er Jahre international eingeführt, jedoch nicht
gesetzlich festgelegt. Ein Niedrigenergie-Haus ist ein Gebäude, dessen
Transmissions-Wärmeverluste gegenüber der heutigen
Energieeinsparverordnung um 30 % geringer ist. Durch zusätzliche
Anforderungen an die Haustechnik kann darüber hinaus der Heizwärmebedarf
noch weiter verringert werden und beträgt maximal 40-79 kWh/m² pro Jahr.
Folgende wesentliche Merkmale kennzeichnen ein NEH:
- sehr guter Wärmeschutz der Außenbauteile
- jegliche Vermeidung von Wärmebrücken
- automatische Wohnungslüftung
- passive Solarnutzung
- schnell regelbare Wärmeverteilung
- effiziente Heiztechnik (z.B. Brennwerttechnik)
- Warmwasseranlagen mit möglichst geringen Umwandlungs-,
Bereitschafts-, Verteilungs- u.Regelverlusten
Im Zusammenhang mit dem Bau von Niedrigenergiehäusern werden auch
weitere Begriffe verwendet:
Drei-Liter-, Passiv- oder Null-Heizenergiehäuser
*Drei-Liter-Häuser = Ultra-Niedrigenergiehäuser (3 l/m2),
wesentliche Merkmale:
- ca. 6-7 % Mehrkosten beim Bau gegenüber Standard
- verbesserte Wärmedämmung der Gebäudehülle
- besondere Wärmeschutzverglasung
- Einsatz von regenerativer Energien
- hohe Luftdichtigkeit des Hauses (Blower-Door-Test (Gebläsetür))
- obligatorische Lüftungsanlage sorgt für regelmäßigen
Luftaustausch, Stand der Technik sind Lüftungsanlagen mit
Wärmerückgewinnung mit Pollen- und Staubfilter
*Passivhäuser = Haus ohne Heizung mit sehr geringen
Heizwärmebedarf (1,5 l/m2),:
- ca. 15 % Mehrkosten Bau gegenüber Standard
- Weiterentwicklung des Drei-Liter-Hauses ohne separate Heizung mit
Heizkörpern und Wärmeverteiler. Die sehr geringe Heizwärmemenge wird
über Komfortlüftungen durch elektrische Energie zugeführt. Eine
Notheizung ist nicht erforderlich.
*Null-Heizenergiehäuser:
- Zusätzlich zu allen Grundkomponenten des Passivhauses kommt noch
eine
Photovoltaik-Anlage zur Erwirtschaftung des Stromes für das Betreiben
des Hauses hinzu
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